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FAQ - Einen Artikel als Dienstleistungsartikel definieren

(Stand: 08/2026)

Verfügbar in Subscription: Core · Pro · Ultimate

Betrifft

  • 📦 Vertrieb
  • 💶 Buchhaltung

Wie definiert man einen Artikel als Dienstleistungsartikel?

Frage

Es soll ein Artikel angelegt werden, der eine Dienstleistung (z. B. Beratung, Zeiterfassung, Servicepauschale) statt eines physischen Produkts abbildet. Welche Einstellungen sind dafür im Artikelstamm relevant?

Kurzantwort

Es gibt keine einzelne Checkbox „Dienstleistungsartikel". Stattdessen ergibt sich der Charakter als Dienstleistungsartikel aus einer Kombination mehrerer Artikeleinstellungen – allen voran eine passende Warengruppe sowie das Deaktivieren der Lagerführung.

Lösung / Überblick

Für einen typischen Dienstleistungsartikel sind folgende Einstellungen relevant:

  • Warengruppe: Verwende die systemseitig vordefinierte „Dienstleistungen" Warengruppe, statt eine beliebig benannte eigene Warengruppe anzulegen. Mehrere Systemmechanismen greifen gezielt auf diese vordefinierte Warengruppe zurück, u. a.:
    • Reverse Charge: Die korrekte Behandlung von Dienstleistungen im Rahmen der Umkehr der Steuerschuldnerschaft setzt voraus, dass der Artikel dieser Warengruppe zugeordnet ist.
    • 0,00 €-DL-Rechnungen: Ein spezieller Rechnungsnummernkreis wird nur dann verwendet, wenn alle Artikel eines Belegs aus der Dienstleistungswarengruppe stammen und der Endbetrag 0,00 € beträgt. Enthält der Beleg auch nur einen Artikel außerhalb dieser Warengruppe (Ausnahme: Rabatt-Artikel), greift stattdessen der reguläre Nummernkreis. Legst du stattdessen eine eigene, abweichend benannte Warengruppe an, funktionieren diese Automatismen nicht zuverlässig.
  • Abbuchung (deaktiviert lassen): Dienstleistungen werden nicht auf Lager geführt. Der Haken „Abbuchung" bleibt daher unbeachtet/deaktiviert.
  • Teilbar: Wird die Dienstleistung nicht nur in ganzen Einheiten, sondern anteilig abgerechnet (z. B. Stunden, Meterware), aktiviere „Teilbar", um Dezimalstellen bei der Stückzahl zuzulassen.
  • Artikel ist ein Arbeitswertartikel: Soll die Leistung einem Mitarbeiter zugeordnet und über Zeiterfassung (z. B. Tickets) abgerechnet werden, aktiviere diese Eigenschaft. Dadurch wird das Artikelmodul „Arbeitswerte" eingeblendet, über das u. a. das Rundungsverhalten bei der Zeitabrechnung gesteuert wird.
  • EK = VK (optional): Wird häufig bei Dienstleistungsartikeln verwendet, wenn keine Ertragsauswertung anhand von Einkaufs-/Verkaufspreis gewünscht ist. Der EK passt sich dann automatisch dem VK an (und umgekehrt).
  • VPE (optional): Kann bei Dienstleistungen genutzt werden, um z. B. die Anzahl der Stunden eines Tagessatzes abzubilden. 👉 In der Artikelübersicht werden Dienstleistungsartikel und -pauschalen standardmäßig blau hervorgehoben, um sie optisch von Lagerartikeln zu unterscheiden.

Hintergrund

Die c-entron unterscheidet nicht über ein eigenes Merkmal zwischen Waren- und Dienstleistungsartikeln, sondern bildet den Unterschied über das Zusammenspiel von Warengruppe, Lagerführung (Abbuchung) und ggf. Arbeitswert-Eigenschaft ab. Das ermöglicht flexible Kombinationen, macht die Einrichtung aber weniger offensichtlich als ein einzelner Schalter.

Häufige Fehler

  • Es wird nach einer eigenen Checkbox „Dienstleistungsartikel" gesucht – diese existiert nicht.
  • Es wird eine eigene, frei benannte Warengruppe (z. B. "Services" oder "DL") statt der systemseitig vordefinierten Dienstleistungswarengruppe verwendet, wodurch Automatismen wie Reverse Charge oder der 0,00 €-DL-Rechnungsnummernkreis nicht greifen.
  • Der Haken „Abbuchung" bleibt versehentlich aktiv, wodurch der Artikel wie ein Lagerartikel behandelt wird.
  • „Artikel ist ein Arbeitswertartikel" wird gesetzt, obwohl die Leistung gar nicht über Zeiterfassung/Tickets abgerechnet werden soll, oder umgekehrt fehlt dieser Haken bei Artikeln, die eigentlich einem Mitarbeiter zugeordnet werden sollen.